Das Ortsjubiläum von Kienitz     Teil 1

Als die Sonne den neuen Tag begrüßte, waren bereits eifrige Helfer bei der Arbeit, um auf dem Sportplatz von Kienitz, die letzten Arbeiten zu erledigen. Langsam kam auch bei den Organisatoren Lampenfieber auf. Schnell noch das erledigen was nötig ist. Noch einmal zum Sportplatz und gleich wieder zurück, vor dem Neubau. Nun war es schon fast 11 Uhr und die ersten Besucher, die den historischen Festumzug miterleben wollten, suchten sich eine gute Stelle zum gucken. Die ersten Töne erklingen. Der Oderberger Spielmannszug gibt den Auftakt zur Festveranstaltung. Die Zeit drängt und noch nicht alle Teilnehmer, die am Festumzug  mitwirken, sind auch schon da. Es kribbelt in den Fingern. Letzte Absprachen werden getroffen und Cordula, die Seele von Kienitz, ist mit dem Rad unterwegs.

Willkommen in Kienitz

 

12:07 Uhr der Startschuss und los geht´s. Der historische Festumzug, mit mehr als 500 Teilnehmern, setzt sich in Richtung Ortsmitte, in Bewegung. Angeführt vom Oderberger Spielmannszug, dem Kienitzer Strickbauern mit seiner goldenen Hirschkuh. Gefolgt von dem ehemaligen und derzeitigen Bürgermeister von Kienitz und der Gemeinde Letschin, sowie dem ersten Bild "Wir waren schon da - Terra Chinz", führt der Zug durch das Ortszentrum von Kienitz. Im zweiten Bild wurde das Jahr "1460, als der Ort noch Kynitcz hieß", gezeigt.

Sie merken schon, dass Kienitz, in der heutigen Schreibform, nicht immer so hieß. Es gab eine Reihe von Abwandlungen in der Schreibweise. Im Bild 3, wurde das Jahr 1531 "Melchor von Pfuel, wird Lehnsherr" gezeigt. Freilich, es war nicht der Echte, aber die wunderschönen Trachten untermalten dieses Bild sehr schön. Weiter ging es mit dem Fährmann. Kienitz hatte seit dem 16. Jahrhundert einen eigenen Fährbetrieb.

  Im Anschluss hatte die Kienitzer Kirchengemeinde ihr Bild zum Festumzug gezeigt. Angeführt vom Pfarrer Schneider, der mit seinen Schäfchen, die das "Schiff, das sich Gemeinde nennt" zogen. Das nächste Bild zeigte die Ereignisse des 30-jährigen Kriegs im Jahre 1640, wo schwedische Soldaten plündernd durch Orte zogen und alles zerstörten, was diese vorfanden.

 

 

1685 folgten die "Lehnsherren derer von der Marwitz". 1725 "Gründung Vorwerk Kienitz" sowie die Gründung des "Domänenamtes Kienitz" 1744. Viele weitere, sehr schön gestaltete Bilder aus der Kienitzer Geschichte, schlossen sich an.

Der alte Fritz

Hier gilt zu erwähnen, die Trockenlegung des heutigen uns bekannten Oderbruch, durch den Preußenkönig Friedrich II dem "Alten Fritz", der -fast- persönlich und sichtlich amüsiert, mit stolzem Schritt die Parade passierte. Natürlich durfte die Familie Koppe nicht fehlen. Koppe , hatte den Zuckerrübenanbau im Oderbruch perfektioniert und die erste Zuckerfabrik bauen lassen.

Langsam wendete sich das Bild, des Festumzuges, in die Neuzeit. Hier waren vor allem die Geschehnisse der beiden Weltkriege Thema. Gezeigt wurden, diese durch Darsteller eines militärhistorischen Vereins, die mit den teils originalen Uniformen und Fahrzeugen der Gegner beider Fronten, auf der Hauptstraße fuhren. Danach kamen die Bilderdarstellungen der Nachkriegsjahre. Hier wurde u.a. die technische Entwicklung der Landwirtschaft als Bild dargestellt. Oldtimer-Traktoren mit alten Landmaschinen, bis hin zu den landwirtschaftlichen Großgeräten, die man in der heutigen Zeit sehen kann, waren dabei.

Nun waren die Betriebe und Vereine des Ortes an der Reihe.
So präsentierten sich die Angler mit einem sehr schön gestalteten Bild, aber auch die Frauen des ehemaligen teilbetriebes der Schuhfabrik -Goldpunkt-Berlin, mit samt ihren Nähmaschinen. Auch der Nachfolgebetrieb, der sich in den Produktionshallen angesiedelt hat, bot ein schönes Bild. Die Handwerksbetriebe des Dachdeckergewerbes, des Wasser- und Heizungsbaus, der Energieversorgung, der gastronomischen Einrichtungen und Herbergen, der Freiwilligen Feuerwehren und viele weitere rundeten das Bild ab.

Nachdem das letzte Bild das Rednerpult, das sich auf einem Anhänger in der Ortsmitte befand auf dem die einstigen und derzeitigen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, durch den Moderator und Ortschronisten Edgar Petrick abmoderiert wurde, folgten die Schaulustigen den Wagentreck zum Sportplatz, wo die weiteren Programmpunkte stattfinden sollten. Auf dem Sportplatz angekommen erwartete die Gäste ein reichhaltiges Angebot auf und um der Bühne herum. Für jeden Besucher war was dabei.